Sozialgipfel der Kreis-SPD: „Armut und Not sind auch im Landkreis Göppingen eine Realität“

Veröffentlicht am 16.01.2024 in Kreisverband

Beim Sozialgipfel der Kreis-SPD haben vor kurzem im Waldeckhof Jebenhausen zahlreiche Expertinnen und Experten aus Wohlfahrtsverbänden und Organisationen über die soziale Lage vor Ort diskutiert. „Im Land und im Landkreis Göppingen dürfen wir dort, wo sozialer Unterstützungsbedarf vorhanden ist, die Menschen nicht allein lassen“, war dabei ein Fazit der Gäste. Zu dem Sozialgipfel hatten neben der Kreis-SPD auch die SPD-Kreistagsfraktion und die sozialdemokratischen Abgeordneten Heike Baehrens und Sascha Binder geladen.

Im Hofcafé des Waldeckhofs in Jebenhausen begrüßten Sabrina Hartmann und Susanne Widmaier die Gäste aus den sozialen Organisationen im Landkreis. „Die Folgen der Inflation, des Fachkräftemangels oder auch des Wohnraummangels sind für alle spürbar – doch sie treffen manche Menschen und Bereiche mehr als andere. Umso mehr freut es uns, dass im Landkreis Göppingen zahlreiche soziale Organisationen, Institutionen und Vereine tagtäglich daran arbeiten, Menschen in ihren verschiedenen Lebenslagen und Bedürfnissen zu unterstützen. Für uns ist es ein wichtiges Anliegen, diese Arbeit durch unsere Politik bestmöglich zu unterstützen“ betont Sabrina Hartmann, Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Göppingen. 

Heike Baehrens, Göppinger Bundestagsabgeordnete und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, gab einen ersten Überblick zu laufenden bundespolitischen Vorhaben im Zeichen knapper Kassen. „Uns ist es in den laufenden Haushaltsberatungen gelungen, vom Finanzministerium vorgesehene Kürzungen bei wichtigen Anliegen für Familien, Jugend und auch politischer Bildung wieder ins Lot zu bringen“, sagte Baehrens. Die Vertreterinnen und Vertreter aus den Verbänden waren sich einig, dass es gerade in Zeiten der Krise einen starken Staat brauche. Menschen, die unverschuldet in Krisen, Krankheit oder Arbeitslosigkeit geraten, brauchen entsprechende Perspektiven. Hierzu leistet das Bürgergeld einen wichtigen Beitrag, da es Weiterbildung und Qualifizierung fördere mit dem Ziel, Menschen wieder eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu geben.

Ein weiteres Anliegen der sozialen Organisationen war der Abbau der Bürokratisierung. „Wir erleben auch in anderen Bereichen, dass die Bürokratie enorme Aufwände produziert, die den Organisationen dann an anderer Stelle fehlen, hier müssen wir dringend entgegenwirken und mehr Mut haben, Verfahren einfacher zu machen, auch wenn das heißt, dass man nicht alle Eventualitäten absichern kann“, betonte Heike Baehrens. „Die Digitalisierung der Verwaltung muss schnell vorangehen. Es kann nicht sein, dass zwar digital Anträge eingereicht werden können, Anträge trotzdem aber noch in Papierform an die Verwaltungen gegeben werden müssen“, so Hartmann.

Die Teilnehmenden nahmen auch die Kreispolitik in den Fokus. Einhellig appellierten die Vertreterinnen und Vertreter der sozialen Organisationen, nicht bei den Freiwilligkeitsleistungen im Landkreis zu sparen. Die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Susanne Widmaier versicherte: „Wir als SPD-Fraktion haben in den Haushaltsberatungen und darüber hinaus mehrfach deutlich gemacht, dass dies keine Option ist“, betont Widmaier. Dass es der SPD im Landkreis immer wichtig war, den sozialen Bereich zu stärken, zeige beispielsweise die Einführung des Sozialtickets durch den VVS im Landkreis, die Schaffung einer Interventionsstelle gegen Gewalt an Frauen oder die kürzliche Stärkung der Hebammenversorgung. „All das sind Errungenschaften, die auf die Initiative der SPD-Kreistagsfraktion zurückgehen“, sagte Widmaier.

Eine Herausforderung, die alle Verbände und Organisationen gleichermaßen beschäftigt, ist der Fachkräftemangel. Hier müsse durch Aus- und Weiterbildung sowie Höherqualifizierung und auch Zuwanderung entsprechend entgegengewirkt werden. Einig waren sich die Teilnehmenden aber auch darin, dass gerade die sozialen Berufe erfüllend sind, denn es geht darum, Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, zu helfen und deren Leben dadurch besser zu machen und sie zur Selbsthilfe anzuleiten.